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  • AutorenbildVictor

KNGO Germany Newsletter Juli 2023

Du bist an einem Volunteering vor Ort interessiert und fragst dich, wie das genau ablaufen könnte? Kein Problem. Lies einfach weiter und erhalte spannende Einblicke von Bettinas zweiwöchigem Volunteering im Dezember 2022. Der Ablug erfolgte mitten im Winter mit Kälte und Schnee in München. Nach einem Zwischenstopp in Bangkok (Thailand) und Siem Riep (Kambodscha) ist sie schließlich nach knapp zwei Tagen in Battambang angekommen. Voller Vorfreude und Aufregung ging es nach einem kurzen Check-in im Hotel sofort los Richtung Schule - natürlich wie üblich vor Ort mit einem Tuk Tuk (Autorikscha). Die Fahrt führte raus aus der Stadt und das schöne Wetter ließ Bettina den Winter in Deutschland schnell vergessen. Nachdem die Häuser immer weniger wurden und die Landschaft dafür umso atemberaubender, stellte sich durch die großen Flüsse und beeindruckenden Bananenbäume unmittelbar das Gefühl ein, mitten im Dschungel gelandet zu sein.

Nach der Ankunft wurde Bettina sofort von Saveth (Leiter von KNGO Cambodia) herzlich begrüßt. Er machte mit ihr einen Rundgang und zeigte ihr voller Stolz das Schulgelände. Das Gelände besteht aus einem Haupthaus, in dem sich die Schulleitung befindet, einer Bibliothek voller gespendeter Bücher und aus mehreren Klassenräumen. Letztere haben nur sehr wenig mit den in Deutschland wohl bekannten Schulgebäuden zu tun - diese hier kommen eher einer Wellblechhütte gleich. Im Klassenzimmer selbst gibt es natürlich Tische und Stühle. Völlig neu und anfangs irritierend stellte Bettina gleich zur ersten Stunde fest, dass die Kinder sämtliche Stühle unaufgefordert nach der Stunde in einen Schuppen bringen bzw. vor der Stunde aus dem Schuppen holen. Bettina wurde sogleich den Kindern vorgestellt und stand somit neben der Lehrerin vor der Klasse. Nach dem Sprechgesang der Schüler “Good Morning, teacher! How are you, teacher?” schauten sie viele erwartungsvolle Gesichter an, wohingegen Bettina nicht wusste, was sie nun sagen soll. Die Lehrerin rettete die Situation, indem sie Bettina zu flüsterte, was nun drankommt. Also, antwortete Bettina “I’m fine, thank you, and how are you?”. Die Kinder setzten sich daraufhin unmittelbar und der Unterricht konnte beginnen. Zum Ende jeder Stunde erfolgte erneut ein perfekt einstudierter Sprechgesang der Kinder. Über die nächsten Tage besuchte Bettina verschiedene Klassen, unter anderem Englisch und Mathe. Im Englischunterricht ist man auf eine vergangene Bücherspende angewiesen, sodass den Kindern durch einfache Kopien Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt werden kann. Der Matheunterricht findet ebenso auf Englisch statt. Im Allgemeinen versucht man die Kinder vor Ort mit einem spielerischen Ansatz zu unterrichten, sodass Spiele wie “Simon says” oder “Hangman” je nach Altersgruppe sehr beliebt sind. Darüber hinaus fungierte Bettina auch als Prüfungsaufsicht, während die Schüler die an der Tafel stehenden Aufgaben abschrieben, um sie dann selbstständig zu lösen.

Im Umgang mit Bettina, waren die meisten Kinder anfangs noch sehr schüchtern. Nicht zuletzt geschuldet durch die in den Knochen-steckende Covid-19-Pandemie. Aufgrund dessen gibt es Kinder, die bis dato noch nie einen Ausländer gesehen hatten. Die Schüchternheit wich sehr schnell der Neugierde und Empathie. Bettina beschreibt die Kinder als sehr “herzlich”, was sie auch nicht zurückhalten. Nicht selten hörte sie ein “I love you, teacher”. Wenn Bettina teilweise über den Hof lief, kamen umgehend viele Kinder angelaufen, um ihr die Hände entgegenzustrecken. Ziel war es, sie nicht nur zu berühren, sondern am besten mit ihr zusammen über den Hof zu gehen. Nachdem Bettina den Kleinen sog. Klatschspiele beigebracht hatte, bildete sich schnell eine Schlange, die immer um eins vorrückte, sobald der/die Vorherige einen “Fehler” beim Klatschen passierte. Ebenso beliebt waren Bettinas Haargummis, die sie -wie immer- am Handgelenk trug. Die Kinder nahmen die Gummis vom Handgelenk und zauberten Bettina damit eine schöne Frisur. Nicht zuletzt war “Verstecken spielen” ein großer Favorit der Kinder. Bettina schwärmt noch heute, dass ihr beim Lachen der Kinder das Herz aufgeht. Und genau das ist es, was das Volunteering vor Ort so besonders macht. Man gibt sehr wenig und bekommt dafür ein unerwartetes Maß an Liebe und Dankbarkeit geschenkt, die man ein Leben lang im Herzen trägt.

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